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Veröffentlicht am: von Oliver Winkel
Kategorie/-n:  Kulturentwicklung  Führungskräfteentwicklung  Persönlichkeitsentwicklung 

Was ist Achtsamkeit und wozu soll sie in Unternehmen gut sein?

Achtsamkeit ist in aller Munde und in der Wissenschaft steigt jährlich die Zahl der veröffentlichten Studien über die Wirksamkeit dieser Praxis. Die Studienlage belegt, es können positive Effekte beobachtet werden, wenn Menschen regelmäßig Achtsamkeit praktizieren:

  • Reduzierung von Stress bzw. verbesserte Stressregulation
  • Steigerung des Immunsystems
  • bessere Konzentrationsfähigkeit
  • mehr Gelassenheit durch die verbesserte Regulierung emotionaler Impulse
  • etc.

Wenn Sie möchten, könnten Sie zum Beispiel bei der American Mindfulness Research Association (AMRA) zahllose fundierte Studen dazu lesen. Die AMRA hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studien seriöser Einrichtungen zu sichten, zu sammeln und die Erkenntnisse verfügbar zu machen.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit (Mindfulness) ist eine aus östlichen Traditionen stammende Praxis gerichteter Aufmerksamkeit. In der westlichen Welt hat Jon Kabat-Zinn Achtsamkeit als „Mindfulness-Based Stress Reduction“ bekannt gemacht. In der Psychotherapie hat die Hakomi-Methode einen signifikanten Beitrag geleistet, Achtsamkeit in der Therapie einzusetzen. 

Wir verstehen unter Achtsamkeit den Zustand, den Prozess und die Praxis, im Moment zu beobachten, was innerlich geschieht; mit einer interessierten, beobachtenden Offenheit (innerer Beobachter) zu studieren, welche Phänomene wir von Moment zu Moment bemerken können – das können Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und Impulse sein.

Was ist der Nutzen (von Achtsamkeit) des inneren Beobachters?

Innere Reaktionen können genauer wahrgenommen werden. Ungünstige Reaktionen, die zu problematischem Verhalten führen, können beobachtet und ggf. reguliert werden, damit auf der Verhaltensebene mehr Wahlmöglichkeiten entstehen, die zu effektiveren Handlungen führen können.

Insgesamt beeinflusst Achtsamkeit unsere Selbstwahrnehmung, sie wird differenzierter. Das ist insbesondere im Stress, in Konflikten oder in anderen schwierigen Situationen sinnvoll und wertvoll, in denen wir ansonsten Automatiken abrufen würden, die in der aktuellen Situation nicht angemessen oder hilfreich wären. Die Praxis der Achtsamkeit ist deswegen zu Recht zu einem wertvollen Instrument der Persönlichkeitsentwicklung geworden.

Was der Nutzen für Organisationen?

Mitarbeiter, die sich mithilfe von Achtsamkeit entwickeln, können leichter mit Veränderungen umgehen und zu Trägern einer kulturellen Entwicklung des Unternehmens werden. Eine differenziertere Selbstwahrnehmung ist eine wichtige Basis, wahrzunehmen, was um einen herum passiert, und ist hilfreich bei der Gestaltung von Arbeitsbeziehungen, die die Entwicklung eines Unternehmens fördern.

Nicht nur Menschen neigen zu automatischen Reaktionen. Die Kultur eines Unternehmens ist mehr als die Summe der individuellen Muster der Mitarbeiter – Unternehmen prägen auch insgesamt Muster heraus, die für sie typisch sind. Diese Muster steuern auch das Verhalten der Mitarbeiter, damit sie in den jeweiligen Kontexten gut zurechtkommen können. Während beispielsweise das eine Unternehmen auch kleinste Entscheidungen über sorgsam geregelte Prozesse mit großer Detailtiefe eher langsam trifft, gibt es vielleicht in einem anderen Unternehmen dazu überhaupt keine Regelung und die klare Erwartung, dass die Hierarchie nicht mit Detailfragen behelligt wird. Wenn Sie möchten, können Sie prüfen, ob es sich dabei um eine Ihrer automatischen Reaktionen handelt.

Wie wir Achtsamkeit in unserer Arbeit einsetzen

Sie müssen bei uns nicht stundenlang Achtsamkeit üben.

Im Coaching kann beispielsweise ein Moment des Innehaltens und des Achtsamwerdens sehr interessant sein, um herauszufinden, was gerade passiert oder welches Muster gerade abläuft.

In der Mediation hilft Achtsamkeit, bei schnell ablaufenden Konflikten zu verlangsamen; zu bemerken, in welchem Zustand die verschiedenen Parteien sind und welche (typischen) Dynamiken sich entfalten.

In Kulturentwicklungsprojekten kommt es darauf an, dass eine Organisation das kollektive Verhalten flexibel und bewusst auf das ausrichtet, was dem Erfolg der Organisation und den Menschen dient. Dazu ist es notwendig, dass Einzelne, Teams und auch die gesamte Organisation ihr Handeln – man könnte auch sagen das kollektive Verhalten – immer wieder daran ausrichten, was im Moment zielführend erscheint. Besteht eine Gruppe aus Mitarbeitern, die bereits achtsame Fähigkeiten haben, werden Reflexionen im Team deutlich einfacher. Muster des Teams werden dann eher bewusst und die Automatiken der Organisation besser wahrgenommen. Dann fällt es auch leichter, das gemeinsame Handeln immer wieder neu zielführend auszurichten.

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